Berlin, den 5. April 2023

âEt pourtant, il est de toute Ă©vidence impossible
Alexandre KojĂšve La notion de lâautoritĂ© (1942)
de traiter du pouvoir politique et de la structure mĂȘme de lâEtat
sans savoir ce quâest lâAutoritĂ© en tant quâelle.â
Editions Gallimard 2004, S. 49
Liebe Mitglieder,
Sie sehen am neuen Titel des âForumsâ, dass sich etwas geĂ€ndert hat: Wir sind der französischen Association gefolgt und nunmehr offen auch fĂŒr die Absolventen und Absolventinnen des neuen âInstitut National du Service Publicâ (INSP). Bedauerlich nur, dass das vokalreich wohlklingende Akronym âENAâ nunmehr von der eher teutonischen Ballung von Konsonanten des âINSPâ abgelöst wurde â nicht alles wird eben immer besser.
Dasselbe gilt leider auch fĂŒr den aktuellen Stand der deutsch-französischen Beziehungen. In der Ausgabe Nr. 15 unseres bisherigen âForum ENA-Alumniâ haben wir zuletzt darĂŒber berichtet. Wenn man sich in Deutschland auch kaum mit dem Thema beschĂ€ftigt, die Neue ZĂŒrcher Zeitung tut es. Karikaturist Peter Gut hat in der Ausgabe vom 4. MĂ€rz die âAchse Paris-Berlinâ bildkrĂ€ftig dargestellt. Vielen Dank, dass er uns fĂŒr die Mitglieder, die bislang die âMondeâ der NZZ vorziehen, den Abdruck ermöglicht hat.
In Frankreich ist weiterhin die Rentenreform das alles bewegende politische Thema. Nach der Entscheidung vom 16. MĂ€rz, das Gesetz mittels des berĂŒhmt-berĂŒchtigten Art. 49.3 der Verfassung ohne Abstimmung im Parlament durchzusetzen, sind die Meinungen unter zwei Aspekten geteilt. HĂ€tten doch bei mehr Kompromissbereitschaft des StaatsprĂ€sidenten noch Möglichkeiten einer parlamentarischen Mehrheit bestanden und hĂ€tte die soziale Unruhe durch ein weiteres Zugehen auf die Gewerkschaften gedĂ€mpft werden können? Allerdings stellt sich die Frage, was dann von der unstreitig notwendigen und schon einmal zurĂŒckgenommenen Reform, bei der inzwischen schon einige Problempunkte beseitigt wurden, noch ĂŒbriggeblieben wĂ€re. In diesem Zusammenhang kommt einem das auch nach 65 Jahren der 5. Republik gĂŒltige, viel zitierte Wort von General de Gaulle in den Sinn: âComment voulez-vous gouverner un pays oĂč il existe 258 variĂ©tĂ©s de fromage?â. Der als âundemokratischâ kritisierte Verfassungsartikel ist vielleicht eine Antwort auf diese Frage. Die Standhaftigkeit des StaatsprĂ€sidenten findet vielleicht â wie auch auf anderen Gebieten â sein Vorbild im GrĂŒnder der 5. Republik, âqui a dit nonâ.
Offensichtlich ist indes, dass es inzwischen nicht mehr allein um die Rentenreform geht, sondern AbstiegsÀngste breiterer Mittelschichten im Raume stehen, die nun von rechts und links bewirtschaftet werden.

Vor diesem Hintergrund hat sich Emmanuel Macron am 22. MĂ€rz zur Mittagszeit in einem bemerkenswerten Fernsehinterview geĂ€uĂert und sein weiteres Vorgehen erklĂ€rt. Die Notwendigkeit der Rentenreform erklĂ€rt er in Rousseauscher Manier mit dem intĂ©rĂȘt gĂ©nĂ©ral der Nation (der ja, wie Kenner wissen, etwas andere ist als der nur zahlenmĂ€Ăige intĂ©rĂȘt de tous) und verweist auf die durchweg höheren Renteneintrittsalter in anderen Industriestaaten. Zugleich betont er die Verbesserungen bei Mindestlohn und -rente. Ursachen fĂŒr die in den Aktionstagen zum Ausdruck kommende colĂšre will er, wenn die Lage sich etwas beruhigt hat, in den nĂ€chsten Wochen im sozialen Dialog nachgehen. In Niedriglohnbranchen sollen die Löhne angehoben und die Entwicklung mittlerer GehĂ€lter verbessert werden. Exorbitante Gewinne von GroĂunternehmen, die fĂŒr den RĂŒckkauf eigener Aktien verwendet werden, sollen auch den Mitarbeitern zu Gute kommen, BerufsunfĂ€higkeit soll bekĂ€mpft und die RĂŒckkehr in den Arbeitsmarkt erleichtert werden.
MinisterprĂ€sidentin Elisabeth Borne hat nun den Auftrag, Punkt fĂŒr Punkt einer agenda parlamentaire weiterer Reformen mit interessierten Abgeordneten anderer Fraktionen abzuklĂ€ren. Der StaatsprĂ€sident legt dabei Wert auf drei Schwerpunkte: Reindustrialisierung, öffentliche Ă€uĂere und innere Sicherheit, LebensqualitĂ€t (z. B. Schulen, Gesundheitswesen, Umwelt und Energie). Offen bleibt indes, ob aus der sozialen Krise, die zur Regierungskrise gefĂŒhrt hat, eine Staatskrise werden kann.
Joachim Bitterlich weist dazu auf eine aktuelle Meinungsumfrage hin, die einen âKonflikt der PrioritĂ€tenâ zwischen Regierung und Bevölkerung ausmachen will. Den Menschen gehe es um âquestions de vie et de survieâ, nicht aber um Altersvorsorge und Pflege, Die Umfrage stellt einen âcaractĂšre explosif de la situation hexagonaleâ fest: Hohe Erwartungen verbĂ€nden sich mit einer ebenso groĂen EnttĂ€uschung ĂŒber den PrĂ€sidenten.
Bitterlichs âPariser Notizenâ
Wie immer sehr subjektiv und alles andere als altersmild, hat uns Joachim Bitterlich ene neue Ausgabe seiner âPariser Notizenâ geschickt.
âIch gebe zu, mir fĂ€llt es schwer, heute ĂŒber das Geschehen in Paris zu berichten. Auch ich beginne, die Entwicklung offen als âStaatskriseâ einzuschĂ€tzen. Sie scheint mir ernster und tiefgreifender zu sein als die vielen Krisen, die wir in den beiden letzten Jahrzehnten in einem System erlebt haben, das allzu sehr auf den General zugeschnitten war â und das auf seine Nachfolger und die tiefgreifenden VerĂ€nderungen immer weniger passt.
Seit geraumer Zeit spreche ich immer wieder privat mit heutigen wie ehemaligen Akteuren der Politik, irgendwo zwischen Mitte-Links und Mitte-Rechts. Deren mehr oder minder offenes Achselzucken wird immer stÀrker. Die inneren Ausgleichsmechanismen funktionieren nicht mehr, und zwar bei allen Teilnehmern des Geschehens.
Es beginnt leider mit dem obersten ReprĂ€sentanten des Staates. Alle meine GesprĂ€chspartner sind zutiefst enttĂ€uscht. Sie distanzieren sich, âes hat ja keinen Sinn, er hört ja niemandem (mehr) zuâ, er sei nicht mehr in der Lage, mit dem Volk zu sprechen.
Die Rentenreform ist nur ein Beispiel, das das Fass zum Ăberlaufen gebracht hat. Ich habe bislang keinen Akteur seitens der Regierung â y compris Macron â erlebt, der in der Lage war, GrĂŒnde und Inhalt der Reform sachlich und verstĂ€ndlich zu erklĂ€ren. Wie kann eine Regierung heute â im Jahre 2023 â einen Gesetzentwurf vorlegen, der vorsieht, dass Frauen zwei Jahre lĂ€nger als MĂ€nner arbeiten mĂŒssen? Wie kann eine Regierung einen Gesetzentwurf vorlegen, der die Differenzierung zwischen ânormalenâ und âschwerenâ Berufen â und damit kĂŒrzerer oder normaler Dauer der Beitragspflicht â nicht festschreibt, sondern auf eine folgende Debatte ĂŒber die Entwicklung des Arbeitsrechts verschiebt? Zwei mit mir befreundete ehemalige Personalchefs sind entsetzt vom Amateurismus der Regierung. Wie konnte sie so sehenden Auges in die Falle rauschen?
Zudem sind wir auf dem Wege zur Unregierbarkeit des Landes, d. h. zu einer âDrittelungâ.
- Ein (zurzeit noch knappes) Drittel ist extrem rechts: Da ist der RN, eine Partei, die sich nach KrĂ€ften bemĂŒht, âstaatstragendâ zu wirken und im Parlament mitzuspielen. Das Problem ist, alle anderen misstrauen Marine Le Pen und ihrem Gefolge und wollen sie nicht mitmachen lassen. Manchmal schmuggeln sie sich aber doch auf das Spielfeld.
- Ein (in sich oft zerstrittenes) Drittel ist extrem links, unsere Linke ist demgegenĂŒber brav. Ein Gutteil dieser französischen Linken will eine ganz andere Republik, viele davon in Wahrheit die Diktatur des Proletariats. Die KPF schwimmt da irgendwie mit, versucht staatstragend und fast bĂŒrgerlich zu wirken. Ich habe jĂŒngst ein Buch aus meiner Post-68er-Sturm und Drang-Zeit wieder gelesen: âLa 5e colonneâ, vieles stimmt nachdenklich. Die gute alte PS ist in sich zerstritten: Die Mehrheit lĂ€uft hinter der LFI â sprich dem RevolutionĂ€r Jean-Luc MĂ©lenchon â her, eine Minderheit versucht verzweifelt eine NeugrĂŒndung Ă la SPD.
- Und die Mitte im weitesten Sinne? Da tummeln sich die âMacronistenâ â eine Bewegung, aber keine Partei, mit zig Strömungen â und âHorizonsâ um Edouard Philippe. FĂŒr viele ist er immer noch der HoffnungstrĂ€ger fĂŒr 2027, der aber â in seinem guten alten Stil â noch zu loyal zum PrĂ€sidenten steht. Da gibt es die LR (ex-RPR): Einer ihrer frĂŒheren Minister sagte mir offen, sie werde verschwinden, wenn es nicht bald eine Revolution von innen gebe. Die Wahrheit ist leider die, dass sie schon heute âdenâ Kandidaten fĂŒr spĂ€testens 2027 suchen.
Um das Durcheinander perfekt zu machen, erwĂ€hnen wir die Gewerkschaften, die sich noch nie so einig waren. Ich fĂŒge hinzu âzurzeitâ, es wird nicht lange dauern, da die CGT hĂ€rter nach links rĂŒcken wird. Martinez ist abgetreten, hat noch nicht einmal das âSalveâ fĂŒr seine politische Leitung erhalten und wird ersetzt durch eine Dissidentin der PS auf knĂŒppelharter kommunistischer Linie. Der Chef der CFDT bemĂŒht sich mit allen KrĂ€ften, einen Konsens zu suchen und herzustellen, vermittelnd zu wirken, damit das Land nicht vor die Hunde geht.
Freunde meinen, Laurent Berger wĂ€re doch letztlich der beste Kandidat fĂŒr 2027. Gestern fragten mich zwei sehr bekannte FĂŒhrer aus dem CAC 40, dem französischen DAX, allen Ernstes wie lange E. M. es noch an der Spitze durchhalten könne, er habe doch in Wahrheit nicht einmal mehr eine relative Mehrheit!
Genug der Lagebeschreibung und seiner pessimistischen Note, sie ist ernst genug. Ich trĂ€ume von einem Tandem Berger und Philippe, um die âFirmaâ zu ĂŒbernehmen. Vielleicht ist dies zu einfach und zu Deutsch gedacht. Ich habe noch nie so oft ĂŒber Konsens, KompromissfĂ€higkeit, Koalitionen und Mehrheitsbildung geredet wie zurzeit. Zuweilen komme ich mich wie der Rufer in der WĂŒste oder der vielzitierte Prophet vor.
Was mir genauso viel, wenn nicht noch mehr Sorge bereitet, sind die Konsequenzen fĂŒr Europa: das wachsende UnverstĂ€ndnis, der Graben zwischen Paris und Berlin. Man redet nicht zur Sache miteinander, sondern hinter dem RĂŒcken des anderen ĂŒbereinander. Wieso muss ich heute noch auf meine alten Tage âdĂ©codeurâ spielen oder âpasseurâ (so der Titel meiner Erinnerungen an 40 Jahre deutscher Politik, dank eines französischen Freundes gerade ĂŒbersetzt und in Paris erschienen)?
Mit herzlichen GrĂŒĂen aus einem Paris, in dem die MĂŒllberge endlich weitgehend abgebaut sind, in dem die öffentliche Ordnung aber schwĂ€cher als selbst in Berlin geworden ist.â
Save the date
Die folgende vielversprechende AnkĂŒndigung hat uns vom europĂ€ischen Verband erreicht..
| Nous avons le plaisir de vous informer que lâINSP, en partenariat avec SeRViR aura le plaisir de vous accueillir pour « Les rencontres europĂ©ennes de lâINSP », le VENDREDI 7 JUILLET 2023, Ă Paris. Nous vous invitons dâores et dĂ©jĂ Ă rĂ©server cette date dans vos agendas et Ă en informer vos membres. Nous vous accueillerons dĂšs le 6 juillet et un moment plus touristique et culturel sera organisĂ© le 8 matin |
StĂŒhlerĂŒcken in Paris
Es gibt ĂŒber den Namen der Ehemaligenvereinigung hinaus noch weitere VerĂ€nderungen in Paris. Der Vorsitzende der AAEENA und jetzt der Association âServirâ, Daniel Keller, der das Amt seit 2017 innehatte, wurde zu Jahresbeginn von Isabelle Saurat abgelöst. Saurat war zwischen 1984 und 1993 fĂŒr IBM tĂ€tig und studierte anschlieĂend an der ENA (Promotion Marc Bloch). Nach verschiedenen TĂ€tigkeiten, insbesondere im Verteidigungsmnisterium und im Amt des Premierministers, ist sie seit 2015 ConseillĂšre-maĂźtre Ă la Cour des Comptes. Zwischen 2019 und 2022 war sie SecrĂ©taire gĂ©nĂ©rale pour lâadministration im Verteidigungsministerium. Der Vorstand hat ihr zur Wahl gratuliert und Daniel Keller fĂŒr sein Engagement gedankt.

Zum fĂŒr die internationalen Beziehungen und damit auch unsere Gesellschaft zustĂ€ndigen VizeprĂ€sidenten wurde Luc Pierron (Promotion AimĂ© CĂ©saire), Chef du pĂŽle stabilisation im Europaministerium (da hat er sicher einiges zu tun, Anm. d. red.), gewĂ€hlt, der bei dieser Aufgabe von Raphaelle Sananes (Promotion Hannah Arendt) als Beisitzerin im Vorstand unterstĂŒtzt wird. Sie ist in der âDirection gĂ©nĂ©rale dela mondialisation, de la culture, de lâenseignement et du dĂ©veloppement internationalâ im AuĂenminsterium tĂ€tig.
Interesse im Sinkflug
Weiterhin wenig zufriedenstellend ist die Nachfrage nach StudienplĂ€tzen am INSP. Trotz zahlreicher WerbemaĂnahmen haben wir dieses Jahr wieder nur zwei Kandidaten (siehe unten). Am entschwundenen Nimbus der Marke âENAâ kann es nicht liegen. Bereits in den letzten Jahren war die Entwicklung deutlich rĂŒcklĂ€ufig.
Die uns vom Directeur des relations internationales des INSP, FrĂ©dĂ©ric Rauser, zur VerfĂŒgung gestellte Tabelle zeigt zwei unterschiedliche Phasen: WĂ€hrend sich von 2009 bis 2013 im Durchschnitt jeweils elf Kandidaten aus Deutschland beworben haben, waren es, mit sinkender Tendenz und einem scharfen Abbruch 2021, von 2014 bis 2023 nurmehr fĂŒnf. In diesem Jahr haben sich am 16. MĂ€rz nur zwei Kandidaten der Auswahlkommission, die in der Französischen Botschaft in Berlin getagt hat, gestellt.

Sag mir, wo die Deutschen sind
Unser Vorstandsmitglied Maria-Luise Löper hat Februar/MĂ€rz fĂŒr die Gesellschaft der deutschen Ehemaligen der ENA und des INSP unter den Absolventen der letzten zehn JahrgĂ€nge nach GrĂŒnden fĂŒr die zurĂŒckgegangenen Teilnehmerzahlen gefragt. Zwar haben nicht alle Angeschrieben geantwortet, die ĂuĂerungen können jedoch als durchaus reprĂ€sentativ genommen werden.
Die Umfrage hat eine ganze Reihe von interessanten Ergebnissen erbracht. Hervorstechend ist eine âutilitaristischeâ Beurteilung der Ausbildung. Vermisst wird ein âharterâ beruflicher Mehrwert, sei es fĂŒr eine TĂ€tigkeit m öffentlichen Dienst in Deutschland oder Frankreich oder der Wirtschaft. Angesichts des derzeit fehlenden Interesses an Frankreich ergĂ€ben sich berufliche Chancen lediglich bei spezifischen Aufgaben in den deutsch-französischen Beziehungen. Vermisst wird â gerade im Vergleich zu anderen AufbaustudiengĂ€ngen â ein anspruchsvolles âakademischesâ Niveau der Lehrveranstaltungen.
Möglicherweise wird hier der Gedanke einer âĂ©cole dâapplicationâ verkannt oder aber im heutigen Unterricht nicht genĂŒgend praktiziert. Interessant ist, dass die verwaltungspraktischen Ăbungen wie Sitzungsleitung, VerhandlungsfĂŒhrung, Abfassung von Vermerken sowie die Vorbereitung von Presseterminen positiv gewĂŒrdigt werden. Hier wĂ€re Klarheit ĂŒber das kĂŒnftige Profil der Schule notwendig.
ĂuĂerst positiv beurteilt werden jedoch persönliche Aspekte wie die KnĂŒpfung von Kontakten und das intensive Kennenlernen Frankreichs, vor allem auch durch die Praktika.
Lâannuaire est arrivĂ©

Vor kurzem ist das neue annuaire, das erste der âAssociation Servirâ eingetroffen. Mit 472 groĂformatigen Seiten ist es wieder ein stattlicher Band geworden, ein wahres whoâs who der französischen Verwaltung und ihr zugewandter Personen. Ein erster Blick in die Liste der auslĂ€ndischen SchĂŒler zeigt indes, dass die Adressen unserer Mitglieder teilweise unvollstĂ€ndig oder nicht mehr aktuell sind. Machen Sie also, wenn nötig, vom Formular auf Seite 7 „mise a jour de votre profile“ Gebrauch.
Der neue Jahrgang

Unter Leitung der Conseiller culturel der Botschaft, Cyrill Blondel, fand am 16. MĂ€rz mit HochschulattachĂ© Bernard Ludwig sowie unseren Mitgliedern Claus-Peter Clostermeyer und Gunnar GrĂ€f das AuswahlgesprĂ€ch mit den leider nur zwei, allerdings sehr talentierten, Kandidaten dieses Jahres statt. Den Weg zum INSP haben sie ĂŒber die Webseite des INSP bzw. den Hinweis einer Studiengangskoordinatorin gefunden.
Drei erfolgreiche Kandidaten aus dem vergangenen Jahr haben das Studium noch nicht aufgenommen. Sollten beide Kandidaten dieses Jahres vom INSP akzeptiert werden, hatten wir nunmehr im Herbst fĂŒnf Deutsche am INSP, fĂŒr die der DAAD die Stipendien ĂŒbernimmt. Insgesamt stehen sechs Stipendien zur VerfĂŒgung.
WĂŒrdigung am Weltfrauentag: âPrix Femmesâ
fĂŒr Katharina Strecker
Unser Vorstandsmitglied Katharina Strecker wurde auf Initiative von Marie-Christine Armaignac, der Vorsitzenden der âCommission pour lâĂ©galitĂ© Femmes Hommesâ, als erste auslĂ€ndische âEhemaligeâ mit dem âPrix Femmesâ der Association Servir ausgezeichnet. Eine schöne Anerkennung fĂŒr ihre Arbeit in Teheran. Bei der Preisverleihung mit an die 40 Teilnehmern in den Pariser RĂ€umen des INSP war unsere Gesellschaft vertreten durch den Stellvertretenden Vorsitzenden Ralf Schnieders. FĂŒr die Botschaft dabei war Gesandter Martin SchĂ€fer, ebenfalls Mitglied bei uns.
Hier nun der Text der aus diesem Anlass gehaltenen Ansprache von Marie-Christine Armaignac.
âMesdames les PrĂ©sidentes, Madame la Directrice, Monsieur lâAmbassadeur, Madame la SecrĂ©taire gĂ©nĂ©rale du Quai dâOrsay!

Quelques mots introductifs, pour saluer la Directrice de lâINSP, Maryvonne Le Brignonen, qui a bien voulu nous accueillir et ĂȘtre prĂ©sente, Pour saluer aussi la nouvelle Ă©quipe de Servir, autour de sa nouvelle PrĂ©sidente, Isabelle Saurat, et passer le flambeau Ă Marine Darnaud et AurĂ©lien Caron. Pour saluer les membres de la ConfĂ©dĂ©ration internationale, venus du BrĂ©sil, de Madagascar, du Maroc, de Tunisie et, bien sĂ»r, dâAllemagne. LâAllemagne Ă©tant brillamment reprĂ©sentĂ©e par les diplomates en poste Ă Paris, comme Martin Schaefer, ainsi que par le Vice -prĂ©sident de lâassociation des anciens Ă©lĂšves allemands, Ralf Schnieders. Et je me rĂ©jouis enfin de la prĂ©sence amicale des collĂšgues des ministĂšres et des amies des rĂ©seaux fĂ©minins, qui sont fidĂšles Ă ces retrouvailles, pour la cinquiĂšme annĂ©e.
Tout dâabord, bravo dâavoir rĂ©ussi, malgrĂ© la grĂšve des transports publics, Ă venir Ă lâINSP! Comme les hĂ©ros de Jules Verne ayant effectuĂ© le tour du monde en 80 jours, vous ĂȘtes arrivĂ©s sans encombre de TĂ©hĂ©ran, Berlin, Strasbourg et -peut-ĂȘtre plus difficile encore- de Bercy ou de Balard !
Ensuite un grand merci aux Ă©quipes de SeRVir et de l âINSP qui ont rĂ©alisĂ© ensemble, en un temps record et en pleine pĂ©riode de congĂ©s, lâexploit de la prĂ©paration de cet Ă©vĂšnement ! Merci donc Ă Nadia Hilal, Malika Quesnel-Papin, Loubna Mohamad et Elvire Collet, sous lâĂ©gide de FrĂ©dĂ©ric Rauser, Lionel Ploquin et Emmanuelle Haas Diolot.
Quelques mots sur lâhistorique du Prix
LancĂ© en 2019 Ă lâinitiative de Myriem Mazodier, sous la mandature de Daniel Keller, le Prix visait Ă honorer une ou un camarade dont la carriĂšre Ă©tait Ă la fois Ă©minente et marquĂ©e par le souci de promouvoir la carriĂšre des femmes.
Dans le vocabulaire qui a cours désormais en sociologie des organisations, cela recouvre les idées de «personnalité inspirante» et de «sororité».
Les laurĂ©ates ont Ă©tĂ©, en 2019, BĂ©atrice Gille, rectrice, en 2020, AgnĂšs Arcier, administratrice gĂ©nĂ©rale des finances publiques et membre du Haut conseil Ă lâĂ©galitĂ©, en 2021, Kareen Rispal, Ambassadrice au Canada et, en 2022, AmĂ©lie Verdier, Inspectrice gĂ©nĂ©rale des finances et directrice de lâAgence rĂ©gionale de santĂ© dâIle-de France.
En 2023, lancement dâun second Prix, au titre des Ă©lĂšves internationaux
En 2023, la Commission pour lâĂ©galitĂ© entre les femmes et les hommes, que jâai rĂ©unie le 18 janvier, a proposĂ© de de crĂ©er, sur les mĂȘmes critĂšres, un Prix pour les Ă©lĂšves issus du cycle international, en pleine cohĂ©rence avec les actions de refondation engagĂ©es en 2022 Ă la fois par SeRVir et par la ConfĂ©dĂ©ration internationale pour accroĂźtre le rayonnement Ă lâinternational, en bonne intelligence avec lâINSP.
Il y a donc cette annĂ©e deux laurĂ©ates : Brigitte GrĂ©sy, (promotion LibertĂ©-EgalitĂ©-FraternitĂ©-1989), ancienne PrĂ©sidente du Haut Conseil Ă lâEgalitĂ©, dont la cĂ©rĂ©monie va bientĂŽt avoir lieu, et, au titre des Ă©lĂšves Ă©trangers, Katharina Strecker (promotion Robert Badinter-2011), diplomate allemande en poste Ă TĂ©hĂ©ran.
Katharina Strecker a un parcours professionnel dâexcellence et un engagement reconnu:

Elle Ă©tait DiplĂŽmĂ©e dâEtat en droit, au titre de prestigieuses universitĂ©s allemandes et françaises, lorsquâelle a Ă©tĂ© reçue pour une scolaritĂ© Ă lâENA de 2008 Ă 2011. Sa promotion a dâailleurs choisi le nom de Robert Badinter: il nây a pas de hasard !
Puis, aprĂšs deux ans dans un cabinet dâavocats, elle a embrassĂ© la carriĂšre diplomatique, en 2014, par la voie de lâAcadĂ©mie diplomatique de Berlin. Elle a pris ses premiers postes Ă Rome, en 2019, puis Ă TĂ©hĂ©ran, en 2021, comme Consule et PremiĂšre secrĂ©taire. A ces responsabilitĂ©s bilatĂ©rales et europĂ©ennes, elle apporte des compĂ©tences en droit, en Ă©conomie et mĂȘme en numĂ©rique, puisquâelle a ĆuvrĂ©, en 2015, pour la digitalisation du ministĂšre allemand des affaires Ă©trangĂšres.
Son engagement pour la paritĂ© lâa incitĂ©e Ă sâinvestir, en 2017 et 2018, comme Mentor dans lâONG «Mentor Me» qui oeuvre en Allemagne pour lâactivitĂ© professionnelle des femmes.
Au total, la nouvelle Ă©dition de ce Prix me semble remplir le double objectif de saluer, Ă titre individuel, un engagement et un parcours â trĂšs impressionnant au vu de son Ăąge- mais aussi la place toute particuliĂšre des anciennes et anciens Ă©lĂšves allemands, qui constituent, avec un millier dâanciens, le premier collĂšge international de lâinstitution qui nous a accueillis et nous accueille aujourdâhui.â
AuĂenpolitische Herausforderungen in deutsch-französischer und europĂ€ischer Perspektive

Unser Mitglied Reinhard SchĂ€fers hat uns die Teilnahme an einem KamingesprĂ€ch ermöglicht, das die noble âGesellschaft der Mitglieder der Französischen Ehrenlegionâ, der er angehört, am 14. MĂ€rz organisiert hat. Die Einladung haben wir an die Berliner Mitglieder weitergegeben und acht sind gekommen. Unter der Leitung von SchĂ€fers diskutierten die Teilnehmer mit dem Vorsitzenden des AuswĂ€rtigen Ausschusses und frĂŒheren Staatsminister und deutsch-französischen Koordinator Michael Roth âaktuelle auĂenpolitischen Herausforderungen in deutsch-französischer und europĂ€ischer Perspektiveâ.
DurchgeblĂ€ttert â die neue âRevueâ
Die neue Ausgabe der âRevueâ, eröffnet mit einem Vorwort der neuen Vorsitzenden Isabelle Saurat, ist den Ambitionen und Resultaten von âFrench Techâ gewidmet. Die PrĂ©sidente kĂŒndigt eine Kommunikationstrategie an, in deren Rahmen die Association kĂŒnftig auch mehr an der öffentlichen Diskussion zu aktuellen Themen teilnehmen will. Wohl zum ersten Mal findet sich auf den der Association gewidmeten Seiten auch ein Bericht ĂŒber unsere Mitgliederversammlung vom Dezember. Dies zeigt das groĂe Interesse der Schule am internationalen Austausch.
Seit zehn Jahren ist der als Origami gefaltete rote Hahn das Symbol der im Finanzministerium angesiedelten Initiative âFrench Techâ, die sich der Förderung von Start-ups widmet. Im Interview zĂ€hlt die Dirktorin Clara Chappaz 20.000 Start-ups, darunter bereits europĂ€ische oder WeltmarktfĂŒhrer und 29 milliardenschwere âEinhörnerâ. Es habe sich eine Ă©cosysteme entwickelt, das sich auf die gesamte Wirtschaft erstrecke und mehr als eine Million direkte und indirekte ArbeitsplĂ€tze bedeute. Als Manko muss sie feststellen, dass nur ein FĂŒnftel davon von Frauen gegrĂŒndet worden sind. FĂŒr die Zukunft soll es nunmehr noch grĂŒner und inklusiver werden. Die Organisation ist regional in Frankreich, aber auch im Ausland prĂ€sent. So berichtet Karine Fouque begeistert von den Standortvorteilen in MĂŒnchen. Pascal Cagni, Botschafter des StaatsprĂ€sidenten fĂŒr internationale Investment, sieht in diesem Zusammenhang eine ârenaissance francaiseâ, zu dem auch die Reformen der letzten Jahre beigetragen haben. Mit dem âFrench Tech Visaâ wĂŒrden auch internationale Talente angezogen. Nach einer EY-Studie sei Frankreich seit drei Jahren das fĂŒr internationale Investoren attraktivste Land. Auf der Suche nach den GrĂŒnden fĂŒr die lebhafte Start-up-Szene in den USA und in Israel wird auf die ganz erheblichen Summen, die fĂŒr militĂ€rische Anwendungen in universitĂ€tsnahe Forschungsinstitute gesteckt werden, verwiesen.

Im Einzelnen vorgestellt werden sieben âEinhörnerâ, die ein breites Spektrum an GeschĂ€ftsideen zeiegen: ECOVADIS, eine Plattform, die die ResponsabilitĂ© sociĂ©tale des entreprises (RSE) von Unternehmen dokumentiert, MIRAKL mit logistischen Lösungen fĂŒr Unternehmen der verschiedensten Art, BELIEVE, eine digitale Plattform fĂŒr MusikkĂŒnstler und Labels, ALAN fĂŒr Dienstleistungen im Gesundheitsbereich, QONTO, eine Internetbank fĂŒr GeschĂ€ftsleute, Dateiku mit Angeboten der Data Science fĂŒr Organisationen.
Wer nach solch schwergewichtigen Themen entspanntere LektĂŒre sucht, fĂŒr den hĂ€lt die âBoite Ă livresâ den Hinweis auf das Buch von Philippe Bast âA lâĂ©cole du pouvoirâ bereit, das in romanhafter Form die zweijĂ€hrige Zeit von fĂŒnf SchĂŒlern und SchĂŒlerinnen an der ENA verfolgt (Editions du Net 2022, 226 Seiten, 19 Euro).
Nachlassende Strahlkraft der französischen Kulturdiplomatie?
Camerade Jacob Ross, wissenschaftlicher Mitarbeiter des sinnigerweise Englisch benannten âProgram on Franco-German Relationsâ der DGAP, hat am 22. Februar eine umfangreiche und Ă€uĂerst gehaltvolle Studie zur französischen KulturauĂenpolitik veröffentlicht. Ross konstatiert eine Krise der französischen âEinflussdiplomatieâ aufgrund verschiedener Faktoren wie fehlender finanzieller Mittel, des Bedeutungsverlustes des Französischen gegenĂŒber dem Englischen und der Abwendung von Regionen, die man frĂŒher wohl als âchasse gardĂ©eâ Frankreichs bezeichnet hĂ€tte.
PrĂ€sident Emmanuel Macron habe angesichts der Grenzen militĂ€rischer Möglichkeiten zwar die Bedeutung einer stĂ€rkeren âEinflussdiplomatieâ erkannt und versuche, Gegensteuer zu geben. Erfolge seien aber bislang aufgrund einer möglicherweise nur vordergrĂŒndigen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, dem Verdacht des Neokolonialismus und ĂŒberzogener AnsprĂŒche an âdiplomatischem Rangâ und âabsoluter SouverĂ€nitĂ€tâ Frankreichs ausgeblieben. Die vom PrĂ€sidenten proklamierte Erneuerung stoĂe in Politik und Verwaltung an Grenzen. Hier sei nun ein kritischer Blick vonnöten. Ross schlĂ€gt der französischen Kulturdiplomatie vor, mit Partnern zusammenzuarbeiten. Dabei empfehle sich besonders Deutschland trotz und gerade wegen des sehr unterschiedlichen SelbstverstĂ€ndnisses. Potenzial sieht er fĂŒr beide Staaten gerade in einer âKombination ihrer StĂ€rken und SchwĂ€chenâ.
https://dgap.org/de/forschung/publikationen/frankreichs-aussenpolitik-im-wandel-soft-power
Die Probe aufs Exempel zu diesem Thema findet sich in der Ansprache von StaatsprÀsident Emmanuel Macron am 28. Februar vor dem Aufbruch zu einer Reise nach Zentralafrika.

Der StaatsprĂ€sident nahm fĂŒr sich in Anspruch, bereits viele bisherige Tabus der Zusammenarbeit mit den afrikanischen Staaten gebrochen und keine Sehnsucht nach dem alten âFrançafriqueâ zu haben. Im Mittelpunkt stĂŒnden fĂŒr ihn Partnerschaft und SolidaritĂ€t. Vorrangig wies Macron auf die Sicherheitszusammenarbeit und die wirtschaftlichen Beziehungen hin. Hervorgehoben wurde weiter die Zusammenarbeit auf Gebieten wie Klima, Erziehung und Gesundheit und es wurden die Verbindungen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, UniversitĂ€ten, Kultur und Sport betont. An die Stelle von Hilfen sollten âsolidarische Investitionenâ treten. Sehr an französischen Interessen orientiert, fand eine âaxe euro-africainâ nur eher am Rande ErwĂ€hnung.
Dass er sich nicht scheut, nicht nur den Gewerkschaften, sondern auch dem patronat entgegenzutreten, zeigt die freimĂŒtige Feststellung des StaatsprĂ€sidenten, ânous avons aujourd’hui encore trop de nos entreprises qui ne produisent pas les travaux de meilleure qualitĂ© parce que c’est l’Afrique.â Macron kĂŒndigte an, nichts fĂŒr Unternehmen tun zu wollen âqui ne sont pas prĂȘtes Ă se battre.â
im Hinblick auf Restitutionen kĂŒndigte der StaatsprĂ€sident ein Rahmengesetz zu âla mĂ©thodologie et les critĂšres pour procĂ©der Ă de nouvelles restitutions au profit des pays africainsâ an.
Bei seinem Aufenthalt in Libreville (Gabun) traf Macron auch mit einer dortigen âEhemaligen, der Erziehungsministerin CamĂ©lia Ntoutoume (Promotion Emile Zola), zusammen (Foto).
Aus dem Mitgliederkreis
Ilja Skrylnikow-Schneemelcher (Promotion Jean de la Fontaine 2014) ist nach einer Verwendung als Austauschbeamter im Quai dâOrsay nun als Referent in der politischen Abteilung der deutschen Botschaft in Paris tĂ€tig.
Unser Mitglied Hans-Ulrich Seidt (Berlin) weist auf einen interessanten Artikel des deutschen Botschafters in Paris Hans-Dieter Lucas LâAllemagne et le âchangement dâĂ©poqueâ in der Revue Politique EtrangĂšre 2023/1, S. 177-189 hin, in dem der Autor die aktuelle Lage und die strategischen Herausforderungen fĂŒr die deutsche AuĂenpolitik und die deutsch-französische Zusammenarbeit analysiert.
Camerade Kristoffer Wentz (Wiesbaden) (Promotion Marie Curie) weist auf die Ausgabe Nr. 22 des âJournal Officielâ vom 16. Januar hin, die die Regelungen ârelatif aux conditions dâaccĂšs etauf formations Ă lâInstitut national de service publicâ enthĂ€lt. Er meint, an der procĂ©dure de sortie mit immerhin zwölf, fein ziselierten Artikeln hĂ€tte Pierre Bourdieu, der Meister der âfeinen Unterschiedeâ, seine helle Freude gehabt.
Ulrich Bopp (Stuttgart) macht auf die soeben erschienenen Erinnerungen des langjĂ€hrigen Botschafters in Berlin, Claude Martin, aufmerksam. âQuand je pense Ă lâAlemagne, la nuitâ (Editions LâAube, 32 Euro) ist mit 936 Seiten ein monumentales Werk, das sicher manche Nachtgedanken enthĂ€lt. Ein erster Kommentar? Quand je pense Ă la France la nuit.
Andreas von Mettenheim (Berlin) setzt die Reihe seiner politischen Biografien mit einem Buch ĂŒber âPaul Freiherr von Eltz-RĂŒbenach â Technokrat, Katholik und Politiker im Kabinett Hitlersâ (Duncker&Humblot, 252 Seiten 29,90 Euro), Reichspost- und Verkehrsminister von 1932 bis 1937, fort.
Susanne Boxheimer (Mainz) informiert von einem Treffen ihrer Promotion âMichel de Montaigneâ ĂŒber Ostern zum 40sten JubilĂ€um Anfang April auf Einladung des kolumbianischen Camerade Mauricio Vasco in Bogota. Auch das frĂŒher berĂŒhmt-berĂŒchtigte Medellin steht auf dem Programm. Mit dabei ist auch Brigitte Kaufmann (Lahr/Schwarzwald). Ein ausfĂŒhrlicher Bericht folgt in der nĂ€chsten Ausgabe.
Unser Mitglied Marta Katz-Turi (Hildesheim) aus der Promotion Jean Zay berichtet ĂŒber interessante Dinge, an denen sie in letzter Zeit gearbeitet hat.
âIch war einer der Rechtsexperten eines deutsch-französischen Konsortiums fĂŒr die âKonsolidierung des Justizsystems in Armenienâ, finanziert von der EuropĂ€ischen Union. Dem Konsortium gehörten Expertise France (Frankreich) und die Deutsche Stiftung fĂŒr Internationale Rechtliche Zusammenarbeit (Deutschland) an.
Weiter war ich Key Legal Experte, um die StĂ€rken und SchwĂ€chen der nationalen Gerichte und des nationalen Rechtsrahmens in Armenien zu bewerten. Die Bewertung konzentrierte sich auf die UnabhĂ€ngigkeit der Justiz, die Effizienz, die QualitĂ€t der Justiz, die Transparenz und die Ethik im Einklang mit internationalen Standards und bewĂ€hrten EU-Verfahren. Ich stellte LĂŒcken im Justizsystem fest und gab Empfehlungen ab. Der Bericht wurde dem armenischen Justizminister im Namen der EU vorgelegt und wird derzeit umgesetzt.

AuĂerdem war ich als Rechtsexpertin fĂŒr das Fallverwaltungssystem des Verfassungsgerichts der Republik Armenien tĂ€tig. Ich wurde beauftragt, die Effizienz des Fallverwaltungssystems des Verfassungsgerichts im Einklang mit internationalen Standards und bewĂ€hrten EU-Verfahren fĂŒr Verfassungsgerichte zu bewerten und zu ĂŒberwachen. Ich entwickelte eine umfassende neue Reform des Fallverwaltungssystems im Einklang mit Transparenz, Effizienz und QualitĂ€t der Justiz. Der Bericht enthielt 35 Empfehlungen, wurde vom PrĂ€sidenten des Verfassungsgerichts der Republik Armenien gebilligt und wird derzeit umgesetzt.

AuĂerdem möchte ich eine weitere Erfahrung hervorheben, die fĂŒr die ENA-Alumni interessant sein könnte: Ich war eine Kollegin des Ă€ltesten Sohnes von US-PrĂ€sident Joe Biden, Beau Biden (Generalstaatsanwalt von Delaware), als ich sechs Monate lang fĂŒr die OSZE im Kosovo arbeitete. Ich teilte mit ihm im Kosovo das gleiche BĂŒro. Nach der Wahl von PrĂ€sident Biden zum US-PrĂ€sidenten gab ich der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung ein groĂes Interview. Ich sende Ihnen den Link.â
https://peaceconsulting.net/wp-content/uploads/2021/09/newspaper-article-1.pdf
Robert Schad in Burgund
Dem aus Ravensburg in Baden-WĂŒrttemberg stammenden und in Frankreich im DĂ©partement Haute-SaĂŽne lebenden Bildhauer Robert Schad, Schöpfer groĂformatiger Stahlskulpturen, ist eine noch bis September dauernde groĂe Ausstellung (DIX PAR DIX; https://schad-bourgogne-franche-comte.com/de/) in der Region Bourgogne-Franche ComtĂ© gewidmet. An 33 prominenten Standorten sind 62 seiner gewaltigen Cortenstahl-Bildwerke zu sehen. Ein Blick auf die Liste der Sponsoren dieser hommage an den groĂen KĂŒnstler zeigt im Ăbrigen keinen der TrĂ€ger der deutschen auswĂ€rtigen Kulturpolitik. Als deutsche UnterstĂŒtzer findet sich neben âMannesmann Stainless Tubesâ lediglich die âKulturgemeinschaft Kressbronn a. B.â.
Schad wird von der Galerie Schlichtenmaier (Stuttgart/DĂ€tzingen; https://www.schlichtenmaier.de/) vertreten. Mit Sinn fĂŒr Symbolik öffnet am 14. Juli eine Einzelausstellung von Robert Schad in den Stuttgarter RĂ€umen der Galerie (Kleiner Schlossplatz 1 in 70173 Stuttgart).
Auf dem AusgrabungsgelĂ€nde von Bibracte bei Autun, berĂŒhmt durch den in Caesars âGallischem Kriegâ geschilderten Aufstand des Vercingetorix, kann jetzt beispielsweise die Stahlskulptur Geot bewundert werden.
Berliner HabituĂ©s wird im Ăbrigen die 10 Meter hohe Courante des KĂŒnstlers im Innenhof des Bundesfinanzministeriums in der WilhelmstraĂe ein Begriff sein.

